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СИП България
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Lagersommer 2018

Acht Paar matschige Schuhe standen vor unserem Zelt. Für uns acht junge Frauen aus Bulgarien, Deutschland und der Schweiz sollte diese gemütliche Behausung Schutz gegen etliche Tage Dauerregen bieten.

Wir alle waren angereist um bei einem Sommerlager mitzuarbeiten. Unter dem Thema „Schatzsuche“ hatten wir Kinder und Jugendliche aus zwei Kinderheimen eingeladen. Unser Lagerplatz gehörte zu dem wunderschönen, aber stetig schrumpfenden und vom Zerfall betroffenen Dorf Kavlak.

Bevor das Lager begann, hatte ich zwei Tage Zeit um das Team kennenzulernen. Ich hatte mir vorgenommen, selbst aktiv auf die anderen Leiter zuzugehen. Die meisten Leiter waren jünger als ich und ich wollte ihnen meine Wertschätzung zeigen.

Doch das war gar nicht so einfach. Da ich leider kein bulgarisch spreche, probierten wir uns auf Englisch zu verständigen. Ich erlebte, dass diese fremde Sprache die  Hemmschwelle um Kontakt aufzunehmen sowohl bei mir, als auch bei den bulgarischen Leitern, erhöhte. Außerdem verunsichere mich unsere unterschiedliche kulturelle Prägung. Ich wollte nichts Falsches sagen.

Zum Glück gab es immer viel zu tun. Beim gemeinsamen Gemüse schneiden, Zelte aufbauen oder Frisbee spielen war es leichter für mich, ins Gespräch zu kommen. Am Ende der vier Wochen in Kavlak konnte ich auf richtig gute, tiefgründige Gespräche zurück blicken. Sogar den einen oder anderen bulgarischen Witz hatte ich ohne Übersetzung verstanden. 

Während der Wochen machte ich außerdem die Beobachtung, dass das einfache Campleben meine Sinne schärfte. 

Wir saßen abends um das Lagerfeuer und genossen die Stille. Die einzigen Geräusche, die das Knistern des Feuers unterbrechen konnten, waren das Zirpen der Grillen und das Jaulen der Schakale in der Ferne.

Wir spürten die Wärme des Feuers sich angenehm auf unsere Gesichter und Arme legen.

Wir nahmen den unverwechselbaren Geruch des funkensprühenden, trockenen Holzes wahr. Wir bewunderten überwältigt den unendlich weiten Sternenhimmel über uns. Und wir bissen in unsere knusprigen, nach frischem Hefeteig und Schokolade duftenden Schlangenbrote, die an einem Stock über dem Feuer gebacken wurden.

Nicht nur an diesem Abend wurde ich überglücklich an den Teil des Psalms 34 erinnert: „Schmecket und sehet wie freundlich der Herr ist.“ Oh Ja! Inmitten dieses einfachen Lebens konnten wir seinen Reichtum mit all unseren Sinnen erfahren.

Sarah Schmidt, Stuttgart

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